Starkregen kann innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen freisetzen und ist meist eng auf einzelne Straßenzüge oder Stadtteile begrenzt. Der Deutsche Wetterdienst spricht ab 25 Millimetern Niederschlag pro Stunde oder 35 Millimetern in sechs Stunden von Starkregen (DWD 2025). Gerade die hohe Intensität, kurze Dauer und Kleinräumigkeit machen solche Ereignisse schwer vorhersehbar (BBK o. D. a; IHK Karlsruhe 2021).
Kann das Wasser nicht schnell genug versickern oder abfließen, staut es sich oberirdisch, etwa auf Straßen, in Senken und an Gebäuden (BBK o. D. a; BBK 2024). So entstehen Sturzfluten, die auch Standorte treffen können, die bisher keine Hochwassererfahrung haben (GDV 2022; BBK o. D. a). Mit steigenden Temperaturen kann die Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichern, wodurch solche Starkregenereignisse wahrscheinlicher werden (IPCC 2023). Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt die Auswertung der Jahre 2001 bis 2024 keinen rückläufigen Trend (LANUK NRW 2026a); Starkregen bleibt damit ein dauerhaft relevantes Risiko für Unternehmen im Land.

Wie Starkregen Ihren Betrieb treffen kann

Betroffen sind nicht nur Standorte an Flüssen oder Bächen. Auch Hanglagen, stark versiegelte Flächen oder abschüssige Straßen können dazu führen, dass Wasser auf Gebäude zuläuft und über Türen, Lichtschächte, Kellerwände oder die Kanalisation eindringt (IHK NRW 2019).

Abbildung 1: Mögliche Eintrittsstellen von Wasser in ein Gebäude (IHK NRW 2019)

Legende:

  1. Fenster, Türen und Tore
  2. Kellereingänge, Keller- und Lichtschächte sowie Tiefgaragen
  3. durchnässte Außenwände
  4. Rückstau aus der Kanalisation
  5. Bodenplatten und Kellerwände
  6. undichte Leitungsdurchführungen (z. B. für Gas, Wasser, Strom oder Telefon)

Abbildung 1: Mögliche Eintrittsstellen von Wasser in ein Gebäude (IHK NRW 2019)

Dringt Wasser ein, können technische Anlagen ausfallen, Produktionsprozesse unterbrochen und Lieferungen verzögert werden. Neben den unmittelbaren Sachschäden entstehen dadurch häufig erhebliche Folgekosten, wobei besonders kurze und intensive Starkregenereignisse überdurchschnittlich häufig Schäden verursachen (BMWK 2023; GDV 2019). Nordrhein-Westfalen zählt bundesweit zu den besonders betroffenen Bundesländern (Prognos AG 2022).

Auch die Beschäftigten spüren die Folgen: Unsichere Arbeitswege, Evakuierungen und Zeitdruck bei Aufräumarbeiten können psychisch belasten, bis hin zu Schlafproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten (Heinz & Meyer-Lindenberg 2023; Gebhardt et al. 2023; Durstmüller et al. 2026). Starkregen gefährdet damit nicht nur Gebäude und Technik, sondern auch Betriebsabläufe und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden.

So können Sie vorsorgen

Starkregen lässt sich nicht verhindern, seine Folgen aber deutlich begrenzen. Prüfen Sie zunächst, welche Bereiche Ihres Standorts durch Starkregen, Oberflächenabfluss oder Rückstau gefährdet sind; erste Hinweise liefern der Klimaatlas NRW und die bundesweiten Starkregengefahrenhinweise im Geoportal (LANUK NRW 2026b; Geoportal o. D.). Anschließend hilft das STOP-Prinzip, passende Schutzmaßnahmen zu strukturieren:

  • Substitution: Tätigkeiten in Kellern, Tiefgaragen oder gefährdeten Außenbereichen bei Starkregenwarnung vermeiden oder rechtzeitig unterbrechen. Kritische Arbeitsmittel und wichtige Unterlagen nicht in überflutungsgefährdeten Bereichen lagern.
  • Technische Maßnahmen: Rückstausicherungen und Barrieren an Türen und Toren installieren, tieferliegende Gebäudeteile schützen, Abläufe und Schächte regelmäßig kontrollieren (BBSR 2019; GDV 2022).
  • Organisatorische Maßnahmen: Zuständigkeiten, Warnketten und Notfallpläne festlegen: Wer sperrt wann welche Bereiche, wer informiert die Beschäftigten? Der Leitfaden des GDV bietet hierzu konkrete Hilfestellungen und einen Muster-Notfallplan (GDV 2022). Für aktuelle Warnungen eignen sich die DWD-WarnWetter-App und die Warn-App NINA (DWD o. D.; BBK o. D. b).
  • Persönliche Maßnahmen: Beschäftigte zu Starkregenrisiken und sicherem Verhalten schulen. Bei Aufräumarbeiten können wasserdichte Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe oder Atemschutz nötig sein, besonders bei kontaminiertem Wasser oder Schimmelbildung.
Abbildung 2: Beispiele für Schutzmaßnahmen bei Starkregenereignissen (mit KI-Unterstützung visualisiert, Datengrundlage: BBSR 2019; GDV 2022; DWD o. D.; BBK o. D. b. Inhalte fachlich geprüft durch das ADAPT2CARE Projektteam)

Abbildung 2: Beispiele für Schutzmaßnahmen bei Starkregenereignissen (mit KI-Unterstützung visualisiert, Datengrundlage: BBSR 2019; GDV 2022; DWD o. D.; BBK o. D. b. Inhalte fachlich geprüft durch das ADAPT2CARE Projektteam)

Starkregenvorsorge gehört in die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und das Notfallmanagement und sollte regelmäßig überprüft werden. Ergänzend kann eine Versicherung gegen Elementarschäden als Teil der finanziellen Vorsorge geprüft werden (GDV 2022).

So unterstützt ADAPT2CARE Unternehmen

ADAPT2CARE entwickelt eine Web-Anwendung, mit der Unternehmen klimabedingte Gesundheitsrisiken auf Arbeitsplatzebene erkennen und passende Maßnahmen ableiten können, neben Starkregen auch für Hitze, UV-Strahlung, Sturm und Allergene. Ein niedrigschwelliger Quick-Check, vertiefende Analysen und praxisnahe Maßnahmenvorschläge nach dem STOP-Prinzip helfen dabei, gefährdete Bereiche frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schneller zu reagieren.

Fragen zu ADAPT2CARE?

Bei Interesse oder weiteren Fragen zur Entwicklung der ADAPT2CARE-Web-Anwendung schreiben Sie gerne an: info@adapt2care.de

Verwendete Quellen: